42 das rechte Zuchtmittel für den übermüthigen Kopf einer Gouvernante, und— könnte zugleich dazu dienen, ihrem Albert, wenn er noch einen Funken von Zärtlichkeit für ſie im Herzen behielte, einen körperlichen Widerwillen gegen ſie einzuflößen. 5
So brach zum Schluß ihrer Betrachtungen der zurückgetretene Haß ihrer Seele immer wieder hervor, und ſtellte ſich an die Spitze der neuen Triumphe. Ein Zufall kam dem böſen Gedanken entgegen,— der Ab ſicht, die ſich kaum mittheilen ließ.
Als nämlich die erregte Frau, den Shawl um—⸗ geworfen, das Zimmer verlaſſen wollte, ging eben Frau Schappers, auf einem Gang aus der Küche, auf dem Corridor vorüber, und blieb mit unterwürfigen Ver⸗ neigungen ſtehen. Die Gräfin, wie von einer Ein⸗ gebung betroffen, trat mit einem verſtohlenen Wink in's Zimmer zurück, und die Frau folgte ihr.
Der ſcharfe, forſchende Blick der Gräfin, der ein Weilchen auf der wunderlichen Perſon ruhte, ſetzte ſie in Unruhe und in wiederholte lächerliche Verneigungen. ——„Es iſt mir lieb,“ ſprach endlich die Frau von Wallberg,„daß Sie mir begegnet,— Frau— Wie heißt Sie?“
„Schappers, Ew. Gnaden. Mein ſeliger Andreas hieß Schappers und war chirurgiſcher Barbier, zu Dienſten, Ew. Gnaden.“


