dieſe Beſorgniſſe in Einklang mit den Empfindungen
ihres Herzens, das von Rachſucht bewegt, ſeine Be⸗ friedigung ſuchte. Schadenfrohe Gedanken erwachten in der Seele der gekränkten Frau, und wagten ſich gerade in dieſer Einſamkeit des Kabinets, in der Ver laſſenheit von allen Freunden, kühner hervor. Bei näherer Betrachtung gaben ſie ſich als die einzigen
Freunde in drängender Noth zu erkennen: indem ſie
dem beleidigten Stolz eine Genugthuung und ihren zu
rückgewieſenen Abſichten einen neuen Ausweg verſprachen. Dieſer letzteren Erwartung lag der Gedanke zu Grunde, daß Albert, mit ſeiner reizbaren Empfindlichkeit, ſich am Ende doch ſchwerlich entſchließen werde, ein auch noch ſo liebenswürdiges Mädchen zu heirathen, dem zu ſeiner bürgerlichen Herkunft auch noch ein körperliches Gebrechen anhafte.
Nur die Ausführung dieſer Wünſche erregte ein ängſtliches Bedenken. War ja doch die bloße Anerkennung derſelben ſchon ſo beſchämend: wie konnten ſie ausge⸗ ſprochen und mitgetheilt werden? Die Ausführung derſelben durch käufliche Perſonen brachte überdies etwas Erniedrigendes mit ſich, und ſetzte den Stolz,
der nach Genugthuung verlangte, auf dieſem Wege der
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Befriedigung mit ſich ſelbſt in Widerſpruch. Und doch blieb der Gräfin kein anderer Weg der Auskunft aus ihrem Groll und zu ihren Hoffnungen.


