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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
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gung auf die hochmüthige Herrin zurückgefallen und hatte ihr zugleich die Erwartung benommen, daß eine ſo verdrießliche Verbindung durch eine Abfindung werde zu löſen ſein. Ihre ſtolze Erhebung lag vernichtet, all' ihre kluge Berechnung durchſtrichen vor ihr da. Die tiefſte Verbitterung, ein grimmiger Haß regte ſich in ihrem Herzen, und eine Rachſucht ringelte ſich aus dem Gefühl ihrer Verlaſſenheit hervor. Die Freunde hatten ſich von ihr abgewendet oder waren entfernt, und da ſie mit der Verletzung Mariannens die Abſichten Alberts mit gekränkt hatte, ſo mußte ſie es auch aufgeben, die Vermittlung des Metropolitans anzuſprechen, den ſie eben noch mit einer ſchönen Summe, unter dem Couvert der Nächſtenliebe, beſtochen hatte.

Wie ein leidendes Glied unſeres Körpers den Ein⸗ flüſſen des Luftkreiſes ausgeſetzt iſt: ſo ſcheint ein tief gekränktes Herz allen Einflüſterungen zugänglich, die aus der Atmoſphäre der Seele kommen können.

Die Gräfin hatte vom Arzte gehört, daß Marianne eine roſenartige Entzündung von ungewöhnlicher Heftig⸗ keit um den Knöchel des linken Fußes habe. Der Doctor, der ſich dabei mit ſeiner Einſicht und Gründ⸗ lichkeit empfehlen wollte, hatte ſich zugleich über die Gefahr und ſchlimmen Folgen ausgelaſſen, die aus Vernachläſſigung oder falſcher Behandlung eines ſolchen Uebels entſtehen könnten. Nun traten bei der Gräfin

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