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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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zu den Unentbehrlichkeiten für Albert gehören, und daß er die ſogenannten Gaben der Perſönlichkeit im Bereich ſeines Standes zu ſuchen hat.“

„Ganz gewiß, Ew. Gnaden!“ antwortete Marianne; „aber Albert ſagt, er habe ſie da nicht gefunden.“

„Ich kann nicht mit Ihnen ſtreiten, Mamſell Wei kart,— es kommt mir nicht zu mit Ihnen zu philoſo phiren,“ fiel die Gräfin etwas barſch ein.„Sie haben freilich dafür auch einige Vortheile der Geburt; ich habe das Glück nicht gehabt, in einem ſo guten Schul hauſe zur Welt zu kommen.“

Marianne blickte lächelnd nach dem Bild auf, und die Gräfin, der beides, das Lächeln und der Außblick nicht entging, ſprach nur noch ärgerlicher über die un überlegte Wahl ihres Sitzes weiter:

„Albert hat leider! durch ſeinen Erzieher Geſchmack an ſolchen Sophiſtereien genommen, und vielleicht ge⸗ hören ſie zu dem, was er als ſein Bedürfniß an Ihnen findet; wenn es nicht etwa Bedürfniſſe der Jugend, Forderungen der Leidenſchaft ſind, deren Befriedigung mein Sohn freilich innerhalb des Kreiſes einer ſtandes gemäßen Bewerbung nicht ſohin finden kann, die ihm da nicht ſo entgegen gebracht wird.“

Marianne zuckte zuſammen; eine hohe Röthe ergoß ſich über ihr Geſicht und wechſelte mit Todtenbläſſe;

ihre Lippen bebten, die Sprache ſchien ihr zu verſagen,