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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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Sohn etwa doch für die Gouvernante hervor treten würde.

Soweit wie Delius war die aufgeregte Frau in ihren Vorausſetzungen gegen Mariannen noch nicht ge⸗ gangen. Was er ſo leichtfertig hingeworfen, kam ihr nun aber zu Statten. Seine Vermuthungen boten ihr Handhaben für die Unterhaltung mit ihr. Dennoch konnte die Gräfin bei dieſer innern Beruhigung nicht ſogleich einig mit ſich über die Haltung werden, mit der ſie die Gouvernante empfangen wollte.

Die Weltdame hatte es gewöhnlich nur mit geſelli gen Verhältniſſen und Verlegenheiten zu thun gehabt, und ſich dabei nicht leicht von ihrem feinen Verſtand und Takte verlaſſen gefühlt. In dem jetzigen, mehr rein menſchlichen Verhältniſſe fand ſie nicht ſogleich den rechten Ton der Herrin gegen eine Gouvernante, die durch ein Verhältniß zum Stiefſohn in eine ſchiefe Stel⸗ lung zu ihr gerückt war. Güte und Stolz lagen mit einander im Streit. Eben, wo ſie ſoviel Gunſt für Mariannen gefaßt hatte, mußte ihr das Aergerniß be gegnen. Sie überlegte, wie ſie vielleicht durch den Schein mütterlichen Wohlwollens für ein elternloſes Mädchen von ſo ſchöner Begabung auf Mariannens Herz wirken möchte. Damit war vielleicht ein ſtilleres Abkommen ſelbſt gegen Alberts Wünſche zu treffen.

Sie würde dann die Reumüthige nicht entlaſſen, ohne