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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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ein bloß leichtfertiges, unſittliches Verhältniß, aber noch für keines, das ſich über den chriſtlichen Unterſchied der Stände ſoweit hinaus ſetze.

Ich bin allerdings auch geneigt, lieber eine unge⸗ ziemende Liaiſon anzunehmen, erwiderte die Gräfin, ſo wenig ich auch Alberten für dergleichen kenne. Indeß liegt ſeiner Jugend doch ſo was näher, als ſeinem Stolze dieſe Mißheirath, und am Ende iſt ja ſolch' ein unſittliches Verhältniß leicht zu vergeben, während eine unchriſtliche Heirath unverzeihlich bleibt. So denke ich von Albert, oder ich habe mich gänzlich in ihm geirrt.

Gewiß nicht! betheuerte Delius.Jedenfalls er⸗ fodert die chriſtliche Klugheit zuerſt den gelinderen Weg zu verſuchen, der vielleicht ohne weitere Erörterungen zum Ziele führt, wodurch Euern Gnaden zugleich alle ſtörende Aufregung erſpart würde. Der Herr Graf, von ſolcher Schonung beſchämt, wird leichter zur Er⸗ kenntniß kommen, ſich ſtill von der Mademoiſelle ab⸗ thun und wegen der allenfallſigen Folgen ſeines Um⸗ gangs ſich mit ihr abfinden. Sie Sache macht dann weiter kein Aufſehen und ſtört beſonders auch die Be⸗ werbung um die Comteſſe Dahn nicht.

Dieſer letzte Geſichtspunkt entſchied vollends das Schwanken der Gräfin. Sie erkannte die Vorſicht des Metropolitans an, dankte ihm ſehr freundlich und ent⸗

ließ ihn mit der Bitte um ſeinen Beiſtand, wenn ihr