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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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Willen und einen oft bewährten adeligen Stolz. An dieſen müſſen Sie beſonders anknüpfen, und ihn erin⸗ nern, wie unſere Freunde in der Reſidenz darüber denken!

Delius fand ſich in eine Klemme gerathen; aber er verrieth es durch keine Miene. Auf dem Wege ſeines guten Fortkommens hatte er ſich geübt, jeder Anforde rung von irgend einer einflußreichen Seite mit bereit⸗ williger Freundlichkeit entgegen zu blicken, bis er der Zumuthung, wenn ſie eben Muth verlangte, eine Seite abgewann, wo er ohne Nachtheil oder mit gutem Schein entſchlüpfen konnte. Hier war er nun unerwartet auf einen Widerſpruch geſetzt zwiſchen der Gräfin, deren Beſtechung ihn durch die Weſtentaſche drückte, und dem Grafen mit dem er es um der Zukunft willen, nicht verderben durfte. Er nickte in ernſter Ueberlegung der aufgeregten Dame beiſtimmend zu, und nahm dann das Wort:

Ew. Gnaden faſſen die Angelegenheit gleich mit doppeltem Nachdrucke, als Mutter und Gräfin an, und ich, Amte mich mit dieſem doppelten Gewicht ausgerüſtet

kraft Ihres Auftrags, dürfte in meinem heiligen

fühlen. Aber gerade im Reſpect vor Ihrem gnädigen Vertrauen bleibt mir zu bedenken, daß eine hohe Kraft nicht bloß hebend, ſondern auch zerſtörend wirkeg

kann. Ew. Gnaden äußerten vorhin, daß Sie das wahre