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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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unchriſtlichſten Selbſtvergeſſenheit anzuklagen habe. Ge⸗ wiß hat die Frühjahrsſtimmung Alte und Schwache genug darniedergeworfen: warum aber auch mahnen Sie mich nicht an chriſtliche Nächſtenliebe, wenn mich die ſchnöden Weltſorgen allzuſehr einnehmen? Doch laſſen wir das, und mich ſelbſt, durch Vertrauen, Vertrauen verdienen!

Sie erzählte ihm nun, ſoweit und wie es ihr eben paßte, den Vorfall mit der abgereiſten Generalin, und fuhr dann fort:

Jedenfalls beſteht, wie Sie ſehen, ein Liebesver hältniß meines Sohnes mit dieſer Gouvernante, über die Sie mir gleich am Abend ihrer Ankunft einen war nenden Wink gegeben. Nun beſtätigt ſich mir Ihr guter Blick, und ich muß annehmen, daß die ſchlaue Perſon den Grafen zu gewiſſen Verſprechungen bewogen oder verlockt hat. Wie wär's nun, wenn Sie in meinem Auftrage eine herzliche aber ernſte Beſprechung mit ihm hielten? Ueber die Grundlagen derſelben brauchen wir uns nicht zu verſtändigen. Wir ſind längſt einverſtan⸗ den ſowohl über das Unchriſtliche ſolcher Mißheirathen, als über die revolutionäre Stellung, in die dieſer Schritt ihn zu ſeiner hohen Weltbeſtimmung verſetzen würde. Es muß Ihnen gelingen, Albert zu erſchüttern und zur Einſicht über ſeine unbegreifliche Thorheit zu führen. Sie wiſſen ja, er hat ein empfängliches Herz, edeln