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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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In der Frühe des andern Tages ließ die Gräfin den Metropolitan Delius zu ſich bitten. Seine Ver⸗ wunderung darüber ſteigerte ſich noch, als er, durch den Park gekommen, in der Halle des Schloſſes die männliche und weibliche Dienerſchaft in angelegentlicher Beſprechung erblickte. Etwas Außerordentliches mußte vorgefallen ſein. Er wurde gemeldet, und betrat nicht ohne jene Befangenheit, die ſo ſchillernden Charakteren eigen iſt, das Kabinett, das keine Thür auf den Cor⸗ ridor hatte, und daher nicht behorcht werden konnte. Die Gräfin ließ ſeinen ängſtlich umſpähenden Blick unbemerkt, winkte ihm zu einem Sitze, und ſprach dann leiſe und vertraulich:

Sie finden mich in einer gewiſſen Zerknirſchung, mein geiſtlicher Freund, in jenem Gefühl einer Sün derin, die von dem warnenden Finger ihres Heilandes gebeugt iſt. Wir haben ja ſeit Alberts Ankunft unſere Erbauungsſtunden nur allzuſehr vergeſſen, und nun ſtraft mich der Himmel durch dieſen Albert ſelbſt. Doch ja, ich muß lieber erſt einen Theil meiner Schuld gut machen, um meine Beichte zu erleichtern. Sie nahm aus ihrem Pult eine zurecht gelegte Rolle Geld, die ſie dem Pfarrer mit den Worten dar⸗ reichte:

Laſſen Sie die Armen und Kranken Fürſprecher für mich in dem Augenblicke ſein, wo ich mich der