Druckschrift 
Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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Ganz ohne mag es freilich mit Alberts Thorheit nicht ſein, ſchrieb ſie weiter, und ich muß nun leider! Deinem Scharfblicke, meine liebe Beatrix, mehr, als ich vorher geneigt war, Gerechtigkeit wiederfahren laſ⸗ ſen. Gewiß iſt es aber, wie ich Albert kenne, nur eine flüchtige Liebelei, eine Selbſtvergeſſenheit gegen dieſe verſteckte Perſon, die ihn wahrſcheinlich durch eine für ſeinen Geſchmack ſo anziehende Schwärmerei bethört, oder ſich ihm gar in anderer Weiſe durch Entgegen kommen bequem gemacht hat. Daß unter den Um⸗ ſtänden dieſe emporgekommene Generalin ein mitbethö rendes Beiſpiel für ein ſo verſchlagenes Bürgermädchen war, ſehe ich nun auch zu ſpät ein; dennoch ereifert gerade ſie ſich am ungeberdigſten über die Kinderei meines Sohnes. Aber ich hoffe Alberten bald von ſeiner Thorheit und Uebereilung zurück zu bringen, und er wird beide dann um ſo ſchneller durch den vernünf⸗ tigen Schritt gut zu machen ſuchen, den wir alle ſo herzlich wünſchen.

Sie warnte zum Schluſſe noch vor dem tollen Einfall der Generalin, die damit nur ihrem angebo renen Gelüſt Heirathen zu ſtiften ein Genüge thun möchte, wenn auch auf die Gefahr hin, eine flüchtige Thorheit durch eine bleibende gut zu machen.

Die Abenddämmerung war ſchon eingetreten, als der

reitende Bote mit dieſem Brief aus dem Schloßhofe trabte.