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ten Poſten, einen Tſcherkeſſen, deſſen prächtiger Panzerrock mir nicht wenig in die Augen ſtach. Auch ſeine ſchöne Bewaffnung und ſein ſtattliches Pferd gefielen mir, und ich fühlte mit einiger Beſchämung, daß ich gegen dieſen Sohn der Berge eine ſehr traurige Figur ſpielte; denn ich trug gerade meine ziemlich unſcheinbare Felduniform und ritt einen Klepper, der in Folge der Ueberfahrt und vieler Strapazen ſehr herunter gekommen war.
Ich ritt zu ihm heran und ſagte auf ruſſiſch: Guten Tag, Ka⸗ merad!
Guten Tag! erwiederte er.
Kennſt du den Homer, Kamerad? fragte ich.
Er antwortete, daß er den Homer nicht kenne, worüber ich mit⸗ leidig die Achſeln zuckte. Ich explicirte ihm nun in aller Kürze die Ilias, kam an die Stelle, wo zwei Helden, ein griechiſcher und troja⸗ niſcher, aus ritterlicher Höflichkeit ihre Rüſtungen und Waffen gegen einander austauſchten, und wußte ſeine Phantaſie für die Nachahmung einer ſolchen ritterlichen Handlung ſo zu entflammen, daß er, als ich ihm anbot, Uniformen und Pferde gegen einander auszutauſchen, ſofort einwilligte, um wie er ſagte, ſich von den Helden Homers nicht an Großmuth und Edelſinn übertreffen zu laſſen.
Wir ſtiegen alſo von unſern Pferden, entkleideten uns auf der Stelle und er zog meine Felduniform und ich ſeinen ſchimmernden Waffenrock an. Eben ſo tauſchten wir unſere Waffenſtücke und unſere Hengſte aus.
Das Kleid macht den Mann, das fühlte ich jetzt deutlich. Meine Anſchauungen wurden plötzlich ganz entſchieden tſcherkeſſiſch, während der Tſcherkeſſe auf gut deutſch den Kopf hängen ließ, ſich trübſelig von oben bis unten betrachtete und mit kläglicher Stimme bemerkte: Aber Kamerad, was wird nun aus mir? zu den Ruſſen, aus denen ich mir ohnehin nichts mache und die ſich am Ende auch aus mir nicht viel machen werden, kann ich doch in dieſem Aufzuge nicht wieder zurück.
Das ſollſt du auch nicht, Kamerad! ſagte ich, begleite mich in das Hauptquartier der Verbündeten!


