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Wir ritten nun in das Hauptquartier zurück, wo ich mit meiner Erzählung des Vorgefallenen meinen beiden Collegen, den Marſchällen, außerordentlich viel Spaß machte. Selbſt St. Arnaud lachte, indem er bemerkte: Einer ſolchen homeriſchen Epiſode gebührt auch ein home⸗ riſches Gelächter! Ueberhaupt kommt mir unſere ganze Affaire höchſt homeriſch vor. Ich bitte mir auf jeden Fall aus, Achilles zu ſein, Sie lieber Lord Raglan ſind mein Patroklus, Herr Fritz Beutel iſt Ajax und Neſtor zugleich, Fürſt Mentſchikoff iſt, mit einiger poetiſchen Licenz, Prinz Hector, die Helena, um die wir kämpfen, iſt die weſt⸗ liche Civiliſation, und Sebaſtopol iſt Troja. Unſer Homer wird ſich ja unter den vielen epiſchen Lyrikern Ihres Vaterlandes gewiß finden, lieber Beutel!
8 EEin ſchlimmes Omen, bemerkte ich, wenn wir zehn Jahre lang vor Sebaſtopol liegen müßten, wie die Griechen vor Troja. Indeß haben die deutſchen lyriſchen Epiker oder epiſchen Lyriker nicht Zeit, einen zehnjährigen Krieg zu beſingen; ihre Heldengedichte dürfen höch⸗ ſtens den Raum eines Weihnachtsbüchleins füllen; und ſo werden wir uns ſchon um ihretwillen beeilen müſſen.
— Wie vor Conſtantine! ſagte St. Arnaud; heute Laufgräben gezogen, morgen Bombardement, übermorgen Breſche, Sturm, Einnahme, allge⸗ meines Blutvergießen!
Der Tſcherkeſſe, der zu dieſem ſehr intereſſanten Geſpräch Anlaß gegeben, trat bei mir als Bedienter und Stiefelputzer in Dienſt, denn, ſagte er, ſeit er in dieſer knappen grauen europäiſchen Uniform ſtecke, komme er ſich ganz lakaienmäßig vor, und Bedienter zu werden ſei ſein höchſter Ehrgeiz.
Es war am 20. September, als wir vor den Höhen der Alma ſtanden und die ungeheuer feſte Stellung durch unſere Fernröhre be⸗ obachteten. Das Anſehen ſtand uns frei; leider aber erkannten wir, daß dieſe Stellung auf gewöhnlichem Wege nicht zu nehmen ſei.
Da fiel mir ein Gedanke ein. Laſſen Sie mich nur machen, meine Herren Collegen! ſagte ich.
Wie Sie wollen, bemerkten dieſe, denn wir erklären uns außer Stande, gegen eine ſolche uneinnehmbare Stellung etwas auszu⸗ richten.


