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Fritz Beutel : eine Münchhauseniade / von Hermann Marggraff
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köpfigen; man kann es daher auch nicht mähen, ſondern muß die Halme einzeln aus dem Boden rupfen. Die Kartoffel gedeiht und trägt wie überall ihre Knollen nach unten und ihr Kraut nach oben, weshalb ich nichts weiter von ihr zu melden habe. Bei den Bewohnern dieſer Gegenden iſt das Verhältniß ein umgekehrtes; ſie tragen, ſo zu ſagen, das Kraut nach unten und ihre Knollen, die Köpfe, die allerdings knollenartig genug ausſehen, nach oben;z ſie ſind gewiſſermaßen umge⸗ kehrte Knollengewächſe. Unter den Quadrupeden werden die Feld⸗ mäuſe und Maulwürfe am häufigſten angetroffen, und ſie ſind auch als die eigentlichen Wühler der Gegend am meiſten gefürchtet. Die zahlreichen Fröſche gehören zur Secte der Quäker und ſollen in gerader Linie von den Fröſchen des Ariſtophanes abſtammen, wie mir einmal ein ſolcher alter Quäker und bemooster Burſche mit nicht geringem Stolze in ſeiner Sprache erzählt hat. Die Bewohner dieſes geſegneten Landſtriches ſind nicht ſehr geneigt zu ſchwärmen, ſie überlaſſen dies den Mücken, die ebenfalls ſehr zahlreich und trotz ihrer Anlage zur Schwärmerei ziemlich boshafter Natur ſind.

Das Gut gehörte damals dem Herrn von, zu und auf Schnipp⸗ hauſen, der ſich auch Baron nannte und in einem Schloſſe wohnte, welches in Schnipphauſen nicht Seinesgleichen hatte. Trotz ſeiner Einfachheit war es in einem ſehr zuſammengeſetzten Styl erbaut, und die Archäologen der Umgegend ſtritten über die Frage, ob die vor⸗ waltenden Motide daran ägyptiſche, aſſyriſche, römiſche oder mauriſche ſeien. Der rechte Flügel war ſo im Zopfſtyl gehalten, daß er förm⸗ lich gedreht und geflochten ausſah, während das Mittelgebäude in auf⸗ fallender Weiſe einer Perücke glich. Im Grundriß ſchien mir das Schloß ſtets mehr Riſſe als Grund zu haben. Die daran ſtoßenden Pferdeſtälle trugen den reinſten modernen Charakter, auf ſeine ein⸗ fachſten Elemente zurückgeführt. Hinter dem Schloſſe befand ſich eine Art Park und in deſſen Mitte eine Gruppe aus Gyps, Adam und Eva darſtellend, und zwar, was traurig zu ſagen iſt, völlig unbekleidet; denn das einzige Bekleidungsſtück, das hiſtoriſche Feigenblatt, war vor Alter verwittert und abgefallen. Adam legte ſeinen rechten Arm um die Hüfte ſeiner Ehehälfte und Eva ihren linken Arm auf die rechte Schulter ihres Mannes; leider aber fehlten Adam's rechter und der