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Fritz Beutel : eine Münchhauseniade / von Hermann Marggraff
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befördern will, ſo ergreife ich dieſe Gelegenheit, Ihnen ein Packet, einen Theil meines Tagebuchs enthaltend, und gegenwärtige Zeilen zu über⸗ ſenden. Machen Sie ſich an die Arbeit und dann ſo ſchnell als mög⸗ lich an einen Verleger!

Es iſt mehr als ein halbes Jahr verſtrichen, ſeitdem ich das Ver⸗ gnügen hatte, mit Ihnen in Correſpondenz zu treten; aber ich bin während dieſer Zeit ſo hin⸗ und hergeſchleudert worden, daß ich nur ſelten einen freien Augenblick hatte, um an die Aufzeichnung meiner Aventüren und Thaten denken zu können. Sobald als möglich erhal⸗ ten Sie eine weitere Sendung, vielleicht den Reſt meines Manuſcripts.

Sie werden begreifen, daß ich mich heute kurz faſſen muß, da das engliſche Poſtſchiff nicht lange warten kann. Nur gegen eine, in Ihrem Schreiben vom 2. October 1847 enthaltene Annahme möcht' ich mich ſchon heute verwahren, nämlich dagegen, daß Sie mir die Abſicht un⸗ terlegen, ein humoriſtiſches Buch, vielleicht gar eine Art Münch⸗ hauſeniade ſchreiben zu wollen. Da verkennen Sie ganz meinen Cha⸗ rakter. Ich kann Sie vielmehr verſichern, daß ich der ernſthafteſte und wahrheitsliebendſte Mann bin, der je auf Erden gelebt hat. Was ich Ihnen und der Welt mitzutheilen habe, ſind keine Ausgeburten der Phantaſie, ſondern wirkliche Ereigniſſe und Geſchehniſſe, die ich mit der Wahrheitsliebe des gewiſſenhafteſten Hiſtorikers aufgezeichnet

habe und in derſelben Weiſe ſtrengſter Objectivität aufzuzeichnen

fortfahren werde. Zum Beweiſe, daß in meinen Memoiren Alles echt iſt, lege ich mehrere Documente in Abſchrift bei, u. A. die beutel⸗ ländiſche Reichsurkunde, mein Tombuktuer Diplom als Doctor der afrikaniſchen Rechte, meinen Trauſchein von wegen meiner Vermählung mit der Königin Krikikara, meinen Contract mit der tibetaniſchen Nation bei Uebernahme des Dalai⸗Lama⸗Poſtens u. ſ. w. Verſichern Sie dies dem Publikum, wenn es eben ſo befangen ſein ſollte als Sie, und es wird Ihnen glauben; denn was glaubt das Publikum nicht?

Ich will, mit Einem Worte, nichts weiter als meinen Neben⸗ menſchen nützlich ſein, damit ſie, wenn ſie in ähnliche merkwürdige oder furchtbare Lagen kommen wie ich, ſich mit derſelben Geiſtesſtärke und Geiſtesgegenwart herauszuwickeln wiſſen. Mein Leben war zu ernſt und an gewaltigen Ereigniſſen zu reich, als daß ich daran hätte