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Fritz Beutel : eine Münchhauseniade / von Hermann Marggraff
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die den Deutſchen eigene Renommiſterei und Poltronerie zu ironiſiren, ſo lange zu Recht beſtehen, als überhaupt ein deutſches Volk beſteht. Sie werden, hoffe ich, neben dem ſchabernäckigen Eulenſpiegel, dem ſchlauen Reinecke Fuchs und dem Erzlügenvater, Baron Münchhauſen, einen Ehrenplatz in der deutſchen Literatur einnehmen, und Ihr Bei⸗ ſpiel und Name wird der Nachwelt unverloren ſein. Ich kenne nur zwei Schreib⸗ und Auffaſſungsweiſen, durch die der denkende Menſch ſich mit den Zuſtänden der Gegenwart abzufinden vermag: entweder muß er ſie mit dem unerbittlichſten, niederſchmetterndſten, das Jäm⸗ merliche an ihr unbarmherzig herausſtellenden tragiſchen Ernſte oder mit der leichten Laune eines Komikers und Humoriſten auffaſſen, der von oben herab die Weltdinge als ein bloßes Poſſenſpiel und eine Puppencomödie betrachtet, an die Ernſt und Entrüſtung verſchwenden die Mühe nicht lohnt. Ew. Wohlgeboren haben mit Recht das Letz⸗ tere erwählt.

Ich ſehe der Ueberſendung Ihres Tagebuchs mit Vertrauen ent⸗ gegen, und verſpreche Ihren an mich gerichteten Wünſchen in Betreff der Bearbeitung deſſelben nach Kräften gerecht zu werden. Aufrichtig geſtanden, freue ich mich ſelbſt darauf, an Ihrer Hand wieder einmal das Gebiet des freien Humors betreten zu können, da die literariſchen Arbeiten, die ſonſt auf mir laſten, meiſt ziemlich trockener oder doch ernſter Natur ſind.

Mit der Verſicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung bin ich ꝛc. ꝛc.

Fritz Beutel an den Herausgeber.

Am Bord der Diana, 30 weſtl. Länge und 10⁰ ſüdl. Breite. 16. Juni 1848.

Verehrter Herr!

Da das engliſche Dampfboot Diana, auf welchem ich mich in die⸗ ſem Augenblicke befinde, ſoeben einem engliſchen Poſtdampfer begegnet, welcher Briefſchaften und Packete unſerer Mannſchaft mit nach England