mit poetiſchen Genüſſen und Zierrathen zu umgeben. Ich habe deutſche Poeten kennen gelernt, die in den höchſten Sphären der Poeſie und Selbſtvergötterung umherſchweiften, die gerade an Dichtungen arbeiteten, von denen ſie hofften, daß ſie noch mehr ſein würden als blos un⸗ ſterblich, und die ſich dabei doch höchſt hypochondriſch, niedergeſchlagen und verzweifelt gebärdeten. Sie ſangen von Champagner, von Liebe, von Freiheit, aber ſie mußten dieſe poetiſchen Gaben entbehren, weil ſie keinen Champagner bezahlen und kein herziges Kind in Sammt und Seide hüllen konnten und weil das drohende Schreckgeſpenſt der Schuldhaft jedes Gefühl freier Bewegung in ihnen ausgetilgt hatte. Ach, ſo ein Gerichtsbote iſt kein Himmelsbote der Poeſie und ein grob⸗ mahnender Gläubiger erſcheint ſelbſt in den Augen eines Poeten nicht als ein Genius', der im Stande wäre, ſeine Phantaſie zu befruchten und zu beflügeln! Ich habe dieſelben Poeten geſehen, nachdem ſie durch eine günſtige Conjunctur in den Beſitz einer Anzahl der oben genann⸗ ten runden Silberſtücke gerathen waren. O, wie ganz anders ſahen ſie dann aus, dieſe Poeten! Sie waren verſöhnt mit dem Leben, das ſie vorher verachtet hatten, ſie zogen die Welt an ihr Herz, die ſie vorher mit Füßen getreten hatten! An jedes dieſer glänzenden verlockenden Rund⸗ ſtücke, die, obſchon ſie mit einem gekrönten Haupte geſtempelt ſind, ſelbſt der fanatiſchſte Republikaner als Autorität anerkennt, knüpfte ſich ja die Ausſicht auf eine heitere Stunde, auf einen wirklichen, keinen eingebildeten Genuß!
Sie werden merken, wo hinaus ich will. Ich habe die literariſche Oeffentlichkeit niemals geſucht(obſchon ich auch auf dieſem Gebiete, wie Sie ſpäter erfahren werden, meine Erfahrungen gemacht und meine Kräfte erprobt habe, und zwar im afrikaniſchen Königreiche Macomaco); Sie aber haben mich in dieſelbe wider mein Wiſſen und Wollen eingeführt. Mein Name iſt gedruckt, und ich muß anerkennen, daß er in recht großen Buchſtaben gedruckt iſt. Da es nun einmal ſo weit gekommen und da es, wie geſagt, Augenblicke gibt, wo das Geld aufhört Chimäre zu ſein und ein erkleckliches Honorar ſeine ganz angenehmen Seiten hat, ſo möchte ich wenigſtens, daß meine Lebens⸗ geſchichte unverfälſcht und vollſtändig vor das Publikum komme und ein generöſer Verleger ſich fände, der ſie verſilbert.
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