Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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ſo oft getäuſchte Hoffnung wäre, auch noch etwas nützen zu können, ſchrieb er nach Neufchatel, ſo hätte ich nun doch nichts mehr hier zu ſuchen, und wäre wohl berech⸗ tigt, meinen Abſchied zu fordern. Für mich ſelbſt, ſehe ich wohl, kann weiter nichts mehr ſein, als Arbeit und Mühe, um was? um elende Selbſterhaltung von einem Tage zum andern, in einem genuß- und freude⸗ leeren Daſein. Hundertmal hab' ich nun ſchon erfahren, daß es größer iſt zu leben, als zu ſterben. Jeder elende Hund kann ſterben. Aber wenn hernach der Teufel, oder wer iſt der ſchadenfrohe, zähnefletſchende Geiſt in uns, der ſo einzuſprechen pflegt? wenn der fragt: Was iſt Dir nun die Größe? Biſt Du nicht ein eitler Narr, Dich für beſſer als Andre zu halten, damit Du Dich über wirkliches Übel, über unverbeſſerliche Ungerech⸗ tigkeiten der Natur täuſchen kannſt? O mein Gott, da verſink' ich in meinen Staub, nehme meine Bürde auf mich, und gehe weiter und denke nichts mehr, als: Du mußt, bis Du nicht mehr kannſt, dann hat's von ſelbſt ein Ende!«.

Faſt möchte man glauben, die Krankheiten der Menſchen, wenn ſie im Kampfe mit dem geſunden Organismus dieſen nicht zu überwältigen vermögen, könnten ſich durch die Stimmungen und Triebe der Seele verſtärken, indem ſie dieſelben verwirren und ſich dienſtbar machen. So ſehen wir wenigſtens einen Mann von Forſter's Einſicht in ſeinem bedenklichen Zu⸗ ſtande doch eine Unvorſichtigkeit um die andre begehen. Kaum hat er den vergeßnen Überrock bitter zu bereuen gehabt und den zweiten Anfall der Krankheit einiger⸗