Gunſt des Wirthes. Die Küche war auf unverwöhnten Appetit eingerichtet. Der Ort abſcheulich, die Einwohner, ein fatales Gemiſch des Unangenehmen von Franken und Flamländern, im Elemente des Schmutzes lebend, ließen Forſtern nur die tröſtliche Hoffnung, daß ſein Geſchäft nicht von Dauer ſein werde. Die flache Umgegend war nicht ohne den Reiz ſchöner Ulmen-Alleen, die längs der Kanäle hinliefen. Aber der Anblick einer eben um⸗ gehauenen und die Gefahr für die übrigen erinnerten ihn immer wieder an die Verwüſtung in Mainz.
Forſter's Sendung betraf die Auswechslung engli— ſcher gegen franzöſiſche Gefangne. Ehe aber noch eine Antwort des feindlichen Befehlshabers eintraf, mußten unſere Commiſſäre, um von den anrückenden Engländern nicht eingeſchloſſen zu werden, Cambrai ſchnell verlaſſen. Sie ſetzten ſich in Arras, wo ſie es auch im Gaſthof viel beſſer fanden. Allein auch dieſer größere und ſchö⸗ nere Ort bot daſſelbe Bild des Elends und Mangels. Die Kriſe der fränkiſchen Freiheit nahte heran. So ſehr indeß Forſter die Schuld ſo vieler Übel den Privatlei⸗ denſchaften beimaß, die das Schickſal des ganzen Volkes auf's Spiel ſetzten, konnte er doch nicht darüber hinaus, daß der Menſch einmal ohne Leidenſchaften nichts aus⸗ richte, und daß alle Beweggründe zum Handeln weg⸗ fallen, wenn die Triebfedern nicht hoch geſpannt ſeien. Darum hielt er auch trotz aller Monſtroſitäten, die mit heftigen Leidenſchaften verbunden ſind, an der Meinung, daß die republikaniſche Verfaſſung derzeit unterſtützt und erhalten werden müſſe, nicht weil ſte mehr Glück als jede andre bringe, ſondern weil ſie den Geiſteskräften


