Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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Aber auch in dieſer Zurückgezogenheit mag das be⸗ freundete und freilich auch liebende Paar den ſtrengen oder ſchiefen Urtheilen der zwiſchen dem See und dem Jura eingeklemmten Societät nicht entgangen ſein. We⸗ nigſtens fand ſich Forſter durch Thereſens Briefe veran⸗ laßt, ſie deshalb zu beruhigen und zu erheben.—„Das Erſte iſt immer, daß wir uns rechtfertigen vor uns ſelbſt, rief er ihr zu. Darnach ſei uns Liebe und Ach⸗ tung der Andern willkommen, wenn ſie gerecht genug ſind, uns anzuerkennen. Gern opfern wir ihren Schwä⸗ chen, ihren Vorurtheilen den zwangloſen Genuß unſerer natürlichen Freiheit; nur müſſen ſie nicht fordern, daß wir um der conventionellen Formen willen, womit ſier ſich ſo jämmerlich belaſtet haben, auf das wahre Glück des Lebens verzichten, welches ſo ſelten angetroffen wird, daß wir es gewiß mit Übergehung der kalten Gewohn⸗ heitsverhältniſſe nicht zu theuer erkaufen.—— Kinder, ſucht glücklich zu ſein, ſo daß ihr es immer bleibt, das iſt, behaltet eure ganze Empfänglichkeit unter Aufſicht der Vernunft, die nur immer die Naturgemäßheit eurer Ge⸗ fühle prüfe!«—

Ängſtlicher war er um Thereſens ſchwankende Ge⸗ ſundheit. Sie litt von der Hitze des Sommers, und hatte die Stimme verloren. Forſter fürchtete deſto mehr vom nächſten Winter. Er bat ſie um mehr Sorgfalt auf ſich ſelbſt, und wie rührend ſind ſeine Empfindungen:

»Ich fühle Dich in jedem Worte Deiner Briefe, und glaube mir, mein Blick geht weiter, als Du denkſt. So lang kennen wir uns nicht umſonſt, daß ich nicht

das ganze Gewicht jedes Deiner Worte wägen könnte, ganz 9