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Herzoge von Braunſchweig eine beträchtliche Truppenmacht bei St. Goar über den Rhein geworfen, und drängte mit glücklichen Scharmützeln die Franzoſen gen Bingen hinauf. Schon verließen die franzöſiſchen Commiſſäre Mainz. Der daſige Convent hielt am 30. März ſeine letzte Sitzung, worin die Verleſung der Mitglieder ergab, daß elf derſelben, und unter ihnen Profeſſor Dorſch, heimlich entwichen waren.
Bald gingen die Preußen über die Nahe und Cüſtine zog ſich bis Landau zurück. Er theilte nun ſeine Truppen, indem er die Hälfte derſelben, über 23,000 Mann dem General d'Oyré zur Vertheidigung von Mainz überließ. Die Stadt war gut verprovian⸗ tirt, und wurde durch wiederholte, zum Theil ſehr ſtarke Ausweiſungen eidweigernder Einwohner noch erleichtert. Der erſte Ausfall der Franzoſen nach dem rechten Rhein⸗ ufer in der Nacht vom 10. zum 11. April mißlang. Die Stadt wurde nun auch von der Landſeite einge⸗ ſchloſſen. Schon zeigte ſich die nächſte Zukunft für Mainz in einer flüchtigen Vorerſcheinung. Der alte Kurfürſt,— Primas auf der Flucht vor dem drohenden Feinde, war nun auch der Erſte, den das Glück befreun⸗ deter Waffen herbeilockte. Er kam über Frankfurt, hier von zahlreichen Anhängern mit frohlockenden Thränen empfangen, und über Oppenheim in's Lager des Königs von Preußen zu Guntersblum. Unter Glückwünſchen legte er die Schonung der Stadt und die Rache an den Freiheitsſchwärmern der Majeſtät an's Herz; worauf er einſtweilen nach ſeinem ſichern Erfurt zurückeilte.


