Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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könnten. General Wimpfen, der Stadt⸗Commandant, bannte daher mittelſt einer Proclamation die Bürger für jeden Fall einer etwa entſtehenden Unruhe in ihre ver⸗ ſchloßnen Wohnungen.

Indem nun auch Thereſe, von Neufchatel aus, Par— tei gegen die Königsmörder nahm, wiederholte ſich auch hier wieder, wie in denſelben Tagen an Sömmering, die betrübende Erſcheinung, daß politiſche Meinung auch in die innigſten Verhältniſſe des Lebens einbricht und Menſchen entzweit, die durch natürliche und geheiligte Bande verknüpft, in jeder andern Beziehung groß und frei geſinnt erſcheinen. So hatte Forſter ſich— wie es ſcheint ohne Widerſpruch— darein gefunden, daß ſeine Thereſe Herz und Neigung einem Freunde zuwendete: daß ſie aber die Hinrichtung des guten Königs Ludwig ab⸗ weichend von ſeiner politiſchen Anſicht beurtheilte, brachte ihn wahrhaft in Harniſch. Und da ſie nicht begreifen wollte, daß der National-Convent befugt, ja gerade dazu beſtellt geweſen ſei, den König zu richten, und daß Ludwig's Tod als Sicherheitsmaßregel nicht nach Geſetz⸗ büchern, ſondern nach dem Naturrecht geſchehen ſei; ſo ſchrieb er mehr als bloß empfindlich:»Eins merke ich freilich,— daß Du durch und durch feulllantiſirt biſt, und da hätte ich doch lieber geſehen, daß Du geradezu Royaliſtin geworden wärſt. Einmal iſt es doch gewiß nicht gleichgültig, welche Grundſätze man hat und befolgt, einem Jeden um ſein ſelbſt willen; zweitens haben Ver⸗ ſchiedenheiten der politiſchen Meinungen jetzt mehr Ein⸗ fluß als je auf Privatverhältniſſe. Allees iſt feuillantiſche Leierei, was die Leute Dir von der lieben Ruhe in einer