220
Der Fall iſt nicht mehr, wenn ich gegen den Willen die— ſes Volkes für das Intereſſe der franzöfiſchen Republik wirken ſoll, die nicht ſo viel für mich gethan hat, mich in die Zahl ihrer Bürger aufzunehmen. So ſehr ich an den Grundſätzen der Republik hange, kann ich doch nicht als Thor mich aufopfern wollen, ehe ich einen Beruf dazu habe. Jetzt iſt leider ein Individuum in Frankreich nichts, und ich fühle, daß ich kein Lärmmacher bin; mithin werde ich immer hinter dieſen zurückſtehen. Meine zehn Finger bleiben alſo meine ſicherſte Zuflucht, und ich bin es auch dem braven Voß ſchuldig, für ihn zu arbeiten.«
Und ſo rechnete er darauf, im Februar Mainz ver⸗ laſſen zu können, und zwar ſo, daß auf ein Jahr der Unterhalt ſeiner Kinder geſichert ſei. Seine Mobilien wollte er verkaufen, und machte ſich gefaßt darauf, daß er ſie jetzt verſchleudern müſſe. Er nannte es ſein Schick— ſal, immer wieder von vorn anfangen zu müſſen. Ach! er ahnete nicht, wie nahe dem Ausgang ſein Leben ſtand, das er in eine neue oder auch in die verlaſſene frühere Bahn einlenken wollte! Vielmehr regte ſich, wie gewöhn⸗ lich in ſolchen weichen Stimmungen ſeines Herzens, die alte Reiſeluſt, als müſſe er in der Ferne finden, was er daheim verfehlt hatte. So dachte er nun wieder an den dritten Band ſeiner Anſichten vom Niederrhein, und wollte ihn in der Schweiz ausarbeiten. Und hieran webte ſich der ſchöne Traum,— vom Mai an, wo das Buch fertig wäre, über Genf nach Lion die Rhone hinab in's ſüdliche Frankreich zu gehen, und mit der Feder in der Hand, auf einem Eſel oder Maulthier, die Provence


