Literat den Franzoſen einige Bekanntſchaft mit unſerer frühern Literatur durch Überſetzungen vermittelte. Nach⸗ dem er ſpäter ſeine Haushälterin, eine wackere und nicht ungebildete Franzöſin, geheirathet, brachte er ſie und ſei— nen zweijährigen Knaben mit nach Leipzig, als er 1766 an die daſige Univerſität als Lector der franzöſiſchen Sprache berufen wurde. Der junge Huber, ein hübſches Kind, aber mit der engliſchen Krankheit behaftet, wurde etwas verzärtelt, aber ſorgfältig erzogen, einer jener Knaben, die lebensſchwächlich und leſeluſtig frühreif wer⸗ den. Schon in ſeinem 15ten Jahre lieferte er Über⸗ ſetzungen zum Drucke, blieb aber in körperlicher Aus⸗ bildung ſo ſehr zurück, daß er herangewachſen nicht ohne Angſt auf ein Fußbänkchen treten, und nie ohne Ent⸗ ſetzen die Sproſſen einer Leiter beſteigen konnte. Einen ſteilen Abhang herabzulaufen, verſagte ihm der Athem ſeiner kurzen, eingedrückten Bruſt. Als junger Diplomat vielſeitig unterrichtet, blieb er doch ungewandt im Leben, zum Tanzen ungeſchickt, und ein Pferd zu beſteigen un⸗ fähig. Dabei verwöhnte er ſich in Diät und Kleidung. Dieſer Schwächlichkeit entſprach eine weiche, gütige Ge⸗ müthsart mit einer kleinen Neigung zu milder Satyre. Auch ſtand es vielleicht im Zuſammenhange mit ſeiner engen körperlichen Rührigkeit, daß er auch geiſtig ohne Anregung nicht leicht aus ſich herausging, Menſchen und Dinge in ſehr wenig Beziehungen heobachtete, und au— genblickliche Erſcheinungen ſelten in ihrem urſachlichen Zuſammenhang erfaßte. Mechaniſche Fertigkeiten gingen ihm ab; ſeinen umfaſſenden Kenntniſſen gebrach die ei⸗ gentliche wiſſenſchaftliche Grundlage, und im Handeln
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