folgte er mehr dem moraliſchen Gefühl, als moraliſchen
Grundſätzen. Ja, er glaubte an ein gewiſſes nothwen⸗
diges Beſtimmtwerden im Leben; ſo daß man eigentlich Geſchehenes nie bereuen, ſondern Unrecht nur verbüßen
. könne..
1 In dieſer Haltloſigkeit, in dieſem ſich Hingeben und
Gehenlaſſen, in dieſer poetiſch geſtimmten Unthätigkeit, e worin Reden ihm als Genuß, Empfinden als Handeln r erſchien, entging er doch ſittlichen Kriſen keineswegs.
Wenig beliebt durch ſein ſchlaffes, unumgängliches Weſen und durch die poetiſirende Laune, in Verſen und Tira⸗
2 den zu antworten, gerieth er durch einen etwas abenteuer⸗ e lichen Hang in ein Haus, worin liederliche Männer der 4 höhern Klaſſe und Schauſpieler ihr Weſen trieben. n Hier fühlte er ſich zwar nicht froh; aber es that ihm 1 anfangs wohl, ſich in ſeinen Eigenheiten und Schwächen t einmal geduldet zu ſehen, und er hielt darum ſchmerzlich
aus, bis er durch Spielverluſte zur Beſinnung kam. Nun raffte er ſich auf, und ward erwerbſam durch Schriftſtellerei. Eine gefährliche Krankheit kam dazu,
4 aus welcher er, bisher verwöhnt nur mit Andern zu 3 denken und zu fühlen, mit der wieder erlangten Ge⸗ r ſundheit auch zu etwas mehr Selbſtändigkeit genas.
e Aber auch nach dieſer Umwandlung behielt Huber d noch genug von jenen Eigenheiten, die gerade für Forſter 4 nichts Einnehmendes hatten. Solch' unthätiges, ſchwan— — kendes Sehnen nach einer Lebensbeſtimmung, wobei ein
ſo junger Mann zu Grunde gehen müſſe, war ihm zuwi⸗ der. Auch Thereſe fand an ſeinen Gewohnheiten, geſell⸗ ſchaftlichen Nachläſſigkeiten u. d. gl. manches zu tadeln,


