Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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lich⸗

47 keit ohnehin leicht von flüchtiger Schwermuth angewan⸗ delt zu werden pflegt. Auch redete ihm Jacobi dieſen Anflug ſeiner alten Reiſeluſt aus; indem er ihm mit feinem Wink andeutete, woher einem, ohne zu reiſen, noch gar manches durch die zwei kleinen Offnungen der Pupille zugehen könne.—»Es grämt mich mehr, als ich es Ihnen ſagen kann, ſchrieb er, daß Sie das Leben mit Üüberſetzen und Compiliren verſauern müſſen. An Ihrer Luſt zu reiſen nehme ich weniger Antheil. Leſen Sie den Homer, den Sophokles, den Herodot, den Plato, und Sie gewinnen wahrlich mehr dabei, als bei einer Wanderung durch Spanien oder Welſchland.« Freilich brachte er dadurch Forſtern nur auf einen andern Gegenſtand ſeiner Unbefriedigtheit. Der Freund beklagte eben ſeine mangelhafte Kenntniß der Alten, um erſt ein rechter Schriftſteller zu werden. Dann würde ihm alles ſanft und reichlich hervorſtrömen, was er jetzt aus ſich herausreißen müßte; es würde mehr ein Ganzes bilden, mehr individuel bei aller Allgemeinheit ſein kön⸗ nen. Und indem er ſich von nichts mehr anekeln ließ, als von ſeiner jetzigen literariſchen Exiſtenz und Abhän⸗ gigkeit von Buchhändlern, vom guten Wetter, von einer guten Verdauung und einer heitern Phantaſte: kam ihm auch ſein geringes ſchriftſtelleriſches Glück in den Sinn. Er verſtand darunter einen einträglichen Abſatz ſeiner Schriften; denn die Anerkennung, der Beifall denkender Männer und gebildeter Kreiſe ging ihm durchaus nicht ab. Lichtenberg z. B. wurde nie wärmer, als in der Anerkennung ſeines herrlichen Freundes. Er, der Ein⸗ ſamverkümmernde, der aus Geiz mit Briefen geizte, hatte