Innre Sammlung.
So durfte Forſter am Ende ſeines erſten mainzer Jahres ſich gar wohl ſeines Fleißes rühmen. Es war manches zu Stande gekommen als Frucht jener ruhigen Seelenſtimmung, die von keinem Weltverlangen geſtört wurde, und von keinem innern Mißbehagen kränkelte. Wie ſchön erkannte er dies ſelbſt, als er anfangs des Jahres 1790 an Henhne ſchrieb:
»Die Freude, die Meinigen vergnügt um mich zu ſehen, der innere Umgang mit mir ſelbſt, wobei ich merke, wieviel der immerwährende Zuwachs von Kennt⸗ niſſen den Genuß des Daſeins erhöht, indem man in ſich ſelbſt einen immer reineren Abdruck der äußern Welt gewahr wird, alle Verhältniſſe ſich immer mehr beſtim⸗ men und zu einem helleren Ganzen verbinden,— das und das Vergnügen, in einem unendlich kleinen Kreiſe doch auch etwas für das Ganze thun, einen gewiſſen Einfluß behaupten zu können, muß, dünkt mich, jeden thätigen Menſchen überzeugen, daß keine Art von Exi⸗ ſtenz dieſes Maaß von Glück gewährt, deſſen er in ſeiner Thätigkeit theilhaftig wird.—— Es giebt gewiß, wenn gleich nicht für uns, einen höhern Geſichtspunkt, wo das Trivialſte und gar nichts Scheinende als Bindungs⸗ mittel des Ganzen ſo wichtig iſt, wie das anſcheinend Große.“«


