Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

behaglichkeit anfühlen; es wäre der Kunſt zuviel und zu wenig; Gedanken und Rede flöſſen nicht in einander, und ſtrömten nicht zuſammen fort, wie man es an For⸗ ſter's Arbeiten ſonſt gewohnt wäre. Er enthalte aber viel treffliche Stellen, und es ſei gut, daß er in's Pu⸗ blikum komme.— Jene Ausſtellungen betreffen bloß die Form der kleinen Arbeit: der Inhalt iſt leider! wieder ſehr zeitgemäß, und empfiehlt ſich daher der Gegenwart um ſo mehr zur Betrachtung, als dieſelbe gegen damals ſo beklagenswerthe Rückſchritte, beſonders auch im Kirch⸗ lichen macht. Forſter weiſt nämlich nach, daß man in verſchiednen katholiſchen Staaten Deutſchlands eifrig mit der Läuterung der Religionsbegriffe, mit Erringung der Unabhängigkeit von Rom und mit der Einführung der Denk⸗ und Gewiſſensfreiheit beſchäftigt ſei.—

Den 22. September begleiteten die Freunde den reiſenden Humboldt bis Oppenheim, wo er aus ihrer Umarmung ſchied.—»Die gute, reine Seele! ſchrieb Forſter an Jacobi. Ich habe mich ſeines jugendlich war⸗ men Gefühls bei ſo männlichem Geiſte, ſo reifer, vor⸗ urtheilsfreier Vernunft recht herzlich erfreut.«

Welche Bewandtniß es mit der von Forſter in Schutz genommenen Sache hatte, erfuhr er umſtändlich erſt im nächſten Frühjahre, als der Amtmann Bender in Eltwill ihm für ſeine Vertheidigung herzlich dankte und die ei⸗ genthümlichen Verhältniſſe, unter welchen der fragliche Brief geſchrieben worden, darlegte; da ſich denn ein un⸗ mündiger junger Adliger ergab, der ſich durch Einſen⸗ dung eines vor Jahren geſchriebenen Briefes der Dank⸗