Jahrzehents die Volksrechte gegen das abſolute König⸗ beſo
thum der Geburt von Gottes Gnaden beſtimmte und und
beſtätigte, hatte er die demokratiſchen Anſprüche der Er⸗ Uns
fahrung gegen die ſogenannten angebornen Ideen nach⸗ in
gewieſen. Die großen, neuen Gedanken, die ungewohnte Me
Richtung eines eigenthümlichen Geiſtes, nachdem ſie in ſop
ſchwerfälliger, ſchulgemäßer Trockenheit erſt Befremden und D
dann Widerſpruch erregt hatten, fingen allmählich an, in ge
alle Wiſſensgebiete einzudringen, und alle Wiſſenſchaften, der
die exacten, wie die theologiſchen, umzugeſtalten. Denn u
ſogar die Naturwiſſenſchaften, dieſſeits der Grenze der S
Philoſophie, gewannen durch Kant die Anerkennung eines n
Vorrechts der Erfahrung gegen den ſeitherigen Einfluß A
mancher alten metaphyſiſchen Vorurtheile. ge
Auch Forſter, früher der Speculation abgeneigt, ſahr Pr jetzt ein, daß er der neuen philoſophiſchen Strömung
ſich nicht entziehen könne. Es war die von Kant ange⸗ li
regte, und er ließ ſich darin auch nicht durch Urtheile, l
1 wie z. B. Heyne's, irre machen. Dieſer fand nur die ü
G Kunſtſprache, den philoſophiſchen Jargon Kant's neu, b
ſonſt aber»nichts in dieſer Philoſophie aufgeſtellt, was
nicht der Bonſens einem Jeden, der ohne Brille ſah,
längſt gelehrt hätte.«— Wie richtig trifft hier Goethe's 6
Bemerkung,»daß kein Gelehrter ungeſtraft jene große philoſophiſche Bewegung, die durch Kant begonnen, von
1 ſich abgewieſen, ſich ihr widerſetzt, ſie verachtet habe, außer etwa die echten Alterthumsforſcher, welche durch 1 die Eigenheit ihres Studiums vor allen andern Men⸗ ſchen vorzüglich begünſtigt zu ſein ſcheinen.« Forſter gab ſich den Winter viel mit Jacobi's Schriften ab,


