erneuerte ſich in ſeinem gerührten Herzen. Mit dem Freund an einem Fluſſe zu wohnen, ſchien ihm eine Art von electriſcher Communikation, weil das Waſſer ein guter Conductor ſei. Und ſo ließ ihn der verbindende Strom auch ein baldiges Wiederſehen hoffen, in welcher Erwartung er einſtweil den erſchlafften Briefwechſel wieder anzog.—»Wie auch das Schickſal mich umhergeworfen, ſchrieb er in den erſten Octobertagen, fühle ich doch, daß ich in der Wurzel noch immer derſelbe bin, den Sie in Düſſeldorf und Kaſſel kannten, und ſo lange auch un⸗ ſere Correſpondenz geruht hat, war doch meine Liebe und Verehrung unverändert.«
Ein Glück für Forſter, daß gemüthliche Erinnerung ſich ſo früh als Hausgenoſſin mit einfand! Sie beſeelte ſein mainzer Leben, das bald genug ſtill und einſam zu werden ausſah. Mit dem Ade!, der hier aus verſchied⸗ nen Provinzen des Reichs zuſammenfloß, war, wie wir ſchon gehört, kein Umgang zu pflegen. Zwar in Dal⸗ berg's Umgebung wurde mit weimarer Sympathien und mit der Einſicht in die vorausgeſchrittne norddeutſche Bildung proteſtantiſche Vorliebe theilweiſe gehegt, theil— weiſe wenigſtens ausgehängt, und man ſchätzte Literatur und Literaten: allein des Coadjutors Anhang war klein und aus Standes- und Hofrückſichten beengt. Dabei lag es nicht in Forſter's Art, ſeine Perſon geſellſchaftlich vorzudrängen, oder ſich auch nur, etwa durch naturwiſ⸗ ſenſchaftliche Vorträge, dem jungen, für Bildung beſtrebten Adel zu nähern, und ſo mit der Hofwelt in Verbindung zu kommen.
In den bürgerlichen, rein mainzer Kreiſen fand die
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