Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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nachdrücklich für die Nothwendigkeit aus, die kurfürſt⸗ liche Gewalt durch erweiterte Rechte des Kapitels zu beſchränken. Hinter ſeinem Rücken thaten dann die Jeſuiten das Ihrige, dieſen vortrefflichen, wie ſie behaupteten, von Öſtreich, von Frankreich, ja von Preu⸗ ßen gewünſchten Kopf doch ja unter den mainzer Kurhut zu bringen. Es gelang. Erthal hatte den Weg gefun⸗ den, der ihn hinter ſeinen Gegnern her auf den mainzer Stuhl führte.

Noch eine Zeitlang fügte er ſich darein, gebückt zu gehen, auch nachdem er das Geſuchte gefunden hatte. Da war Erthal der ſparſame Fürſt, der den Mar⸗ ſtal, Keller und Küche, ſeine Hauskapelle und das Thea ter einſchränkte, war der eifrige Erzbiſchof, der Prieſter weihte, das Volk firmelte, Fußwaſchungen auf Gründon⸗ nerstag verrichtete, bei Prozeſſionen das Hochwürdige trug, und keine Abendkirche verſäumte. Und die Heu⸗ chelei, bei Hof anſteckend wie der Schnupfen, ergriff den Adel und die mainzer Geſellſchaft ſo, daß alles aus Ge⸗ betbüchern nieſ'te. Wie ſonſt in's Theater, eilte die vornehme Welt jetzt nach den Kirchen, die Hände mit koſtbaren Roſenkränzen umwunden. In der Frühe des Tages wurde aus allen adeligen Häuſern beim Hof⸗ marſchall Erkundigung wegen der Kirche eingezogen, die Se. kurfürſtliche Gnaden heute beſuchen würde, und man wetteiferte dann mit den ſammtnen Kniekiſſen um die Nähe des»frommen Herrchens«, dem die kluge»Lang naſe« über die betenden Lippen hing. Nie war auf dem volkbeglückenden Fürſtenſitze Humanität von Heuchelei ſo raſch überholt worden.