Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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der Macht die eifrigſte Betriebſamkeit um Berichtigung und Vermehrung der gemeinſamen Maſſe von Kenntniſſen hätte erwarten ſollen, gerade dort der gänzlich fehlende Willen mehrentheils dieſe Erwartungen kläglich getäuſcht habe.«

Auch war die Volksſchule das Opfer, welches Er⸗ thal ſeiner Erwählung auf den mainzer Stuhl voraus⸗ gelobt hatte, der Sohn Iſak, dem er das gehorſame Meſſer an die Kehle legte; wofür Pater Goldhagen als Widder oder Bock losgelaſſen wurde.

Kapitular von Erthal war bis jetzt kurmainzer Ge⸗ ſandter in Wien geweſen. Seine Gegner hatten ihn da⸗ hin zu entfernen gewußt, wo er mit ſeinem zweideutigen Weſen eben ſo wenig Kaiſer Joſeph's Vertrauen und Gunſt gewann. Deſto beſſer ſtand er bei der Jeſuitenpartei in Wien und in Mainz, und erhielt früh genug einen vertraulichen Wink über Emmerich Joſeph's Erkrankung, um mit Urlaub, wegen oorgeblicher Kränklichkeit, nach Mainz zu eilen. Weltklug, verſchlagen, ehrgeizig und ſchon auf der Schule zu Rheims mit ſtaatsviſſenſchaft⸗ lichen Studien auf das hohe Ziel gerichtet, das jetzt zu verdienen oder zu erſchleichen war, ſtellte er ſich mit der geringen Hoffnung, die er im Domkapitel für ſeine Wahl hatte, aber mit deſto mehr Heuchelei an die Spitze der Unzufriednen und vor die Springfedern des geheimthä⸗ tigen Jeſuitismus. Er ſpielte den Kränklichen, den Frommen, den Eiferer gegen die kirchlichen und ſocialen Verirrungen und monarchiſchen Übergriffe Emmerich Jo⸗ ſeph's, ſo wie gegen das Verderbniß der Religion durch die neuen Lehren der Schulen; er ſprach ſich