Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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ſtraßen, Flußdämmen, Erweiterung von Salinen, Hüt⸗ terwerken und Manufacturen.

Doch dies galt ihm alles nur als die Grundlage geiſtiger und ſittlicher Kultur, worin das mainzer Land ungemein zurück geblieben war. Leider! ſtanden ihm zu einer Umgeſtaltung der Volksſchule die Jeſuiten im Wege, in deren Händen die höhern und niedern Schu⸗ len waren, und hinter deren Rücken der Klerus ſich ſehr gern allen Beiträgen zur Schulverbeſſerung entzog, das Mönchthum noch lieber ſein Element, den Aberglauben, zu erhalten ſuchte. Da konnte es dem edeln Fürſten nur erwünſcht kommen, daß im Jahre 1773, nach dem erſten Jahrzehent ſeiner Regierung, die Jeſuiten aufgehoben wurden. Es ward, wenn auch kein außerordentlicher Fonds, wenigſtens doch freies Feld gewonnen. Allein, wie überall ließ der vertriebene Orden ſeinen Fluch und ſeinen Anhang zurück. So ſetzten ſich auch kryptogamiſche Jeſuiten in Mainz feſt, auf Hemmen und Zerſtören erbittert. Doch ging nun die gründliche Umgeſtaltung der Volksſchule in Stadt und Land vor ſich. Neue Leh⸗ rer und neue Lehrgegenſtände wurden aufgenommen, deutſche Sprache mit Leſeſtücken aus unſerer damaligen Frühlings⸗Literatur, Erdkunde, Welt⸗ und Naturge⸗ ſchichte, Mathematik, Zeichnen, Lehre vom Landbau u. d. gl. In den höheren Schulen war die Leibnitz-Wolf'ſche Phi⸗ loſophie eingeführt. Am Miniſter von Groſchlag und Kanzler von Bentzel hatte der Fürſt vortreffliche Diener ſeiner guten Abſichten; beſonders widmete ſich Bentzel, der Vater unſeres geiſtvollen Schriftſtellers Grafen Bentzel⸗ Sternau, mit raſtloſer Thätigkeit dem geſammten öffent⸗