Teil eines Werkes 
2 (1852)
Entstehung
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Herzens bewenden: er ſchaffte auch einen neuen Boden des Wohlſtandes, und rief die Thätigkeiten auf, die ein höheres Volksbewußtſein erwecken, indem ſie es erfor⸗ dern. Und hier am Eingang in die Lebenskreiſe ſeiner öffentlichen Wirkſamkeit tritt uns in einem prachtvollen Augenblicke eine bedeutſam verknüpfte Erſcheinung entge⸗ gen. Neun Monate nach Emmerich Joſeph's Wahl, noch unter dem Wiederhall eines unermeßlichen Bolksjubels, ſehen wir den neuen Kurfürſten nach Frankfurt fahren, um am 3. April 1764 den römiſchen König Joſeph zu krönen.

Joſeph und Emmerich, der König und der Erz⸗ kanzler des Reiches welch' ein Doppelſtern der Volks⸗ aufklärung und Volkswohlfahrt ſo kurz vor dem Falle des Reiches, aber auch beide trüb untergehend!

Gut vorgebildet kam Emmerich Joſeph auf den main zer Stuhl. Schon von Rheims aus, wo er ſeine trie⸗ rer und mainzer Studien vollendet hatte, war er in mehreren Städten Frankreichs auf Handel und Induſtrie aufmerkſam geweſen. Später in's Kapitel getreten, und um ſeiner ſtatiſtiſchen, kameraliſtiſchen und adminiſtra⸗ tiven Kenntniſſe willen vom Kurfürſten von Oſtein zum Regierungs⸗Präſidenten beſtellt, hatte er an der Hin⸗ terlaſſenſchaft der Kriegszeit an Landesſchulden, Ver⸗ wirrung in der Verwaltung und Volksverarmung ein Feld für ehrlich-eifrige Thätigkeit gefunden. Endlich er⸗ weiterten ſich ihm als Kurfürſten die Kreiſe materieller Verbeſſerung durch Minderung des Militärſtandes, durch umfaſſende Bauunternehmungen, Anlegung von Kunſt⸗