land glaubte er ſo gut, wie in Mainz, für ſich ſelbſt und für die Vermehrung ſeiner Kenntniſſe leben zu kön⸗ nen.— Einſt hatte er ſich freilich ganz deſſelben von Wilna überredet.—»Bin ich nach Jahren geſchickter, brauchbarer geworden, als jetzt, und bietet ſich mir dann eine bequemere, angenehmere Lage dar: ſo hindert mich nichts, ſie anzunehmen«, ſchrieb er nach Gotha.
Erkennen wir nicht an dieſem»Vielleicht« immer wieder den alten Freund? Alſo immer noch nicht das Plätzchen, wo er zu bleiben und zu ſterben wünſchte? Auch die Jahre, die er in Wilna auszuharren verſpro⸗ chen, hatte er als eine neue Vorbereitungszeit für eine dereinſtige beſſere Lage angeſehen. Und ſiehe, mitten im Boskett der neuen Häuslichkeit, das er um ſein Röschen pflanzt, niſtet ſchon, noch ehe es angewurzelt, der Wan⸗ dervogel der Sehnſucht, der über nichts, als den Ge⸗ danken brütet, wie bald er wieder ausfliege.— Wohin wird der Freund das nächſte Mal ziehen? Hat er keine Ahnung vom blutigen Paris, vom beſchneiten Jura?——
Nach Göttingen zurückgekehrt, erblickte er Mainz in reizender Frühlingsferne. Er freute ſich neben The⸗ reſen auf den Umgang mit Sömmering, mit Müller, der ſich ihm in Mainz ſo offen, herzig und freundſchaft⸗ lich erwieſen, und Thereſen als Tochter Heyne's verehrte, freute ſich auf den geiſtreichen Heinſe, den hannoverſchen Geſandten von Hinüber u. a.
Zugleich intereſſirte ihn das Schriftenthum von einer neuen Seite. Um mit Ehren als erſter Bibliothekar zu


