Teil eines Werkes 
1 (1852)
Entstehung
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Buchenwäldchen Ausgangs der Rhein⸗Allee, nach den grünen Auen im Strom und hinüber nach den roman tiſchen Partieen des Rheingebirges. Die Einfachheit ſeiner Thereſe, eine ſtrenge Ordnung im Hauſe und Okonomie in den Stadtvergnügungen ſollten die Koſten ſolcher Ausflüge beſtreiten. An der Stadt ſelbſt ein Gärtchen zu miethen, hier Thereſen und Röschen mit Lauben und Buſchwerk zu umpflanzen, beſchäftigte ſeine träumenden Gedanken. Eine hübſche Wohnung, friſche Luft und Licht ſchienen in der weitläufigen Stadt noch mehr, als anderswo, ein Bedürfniß. Auch Huber wohnte. ſo angenehm. Ein einfacher Verkehr mit wenigen Män nern, auf Thee und Converſation beſchränkt, ſollte Alles ſein, was ſie von der Geſellſchaft erwarteten. Ein weib licher Umgang für Thereſen war ohnehin in Mainz ſchwer zu finden. Der ſtiftsfähige Adel lebte bloß unter ſich und der zweite Adelsrang mit ſeinen Grillen ſchloß ſich ebenfalls gegen Bürgerliche ab.

So zwiſchen reizender Natur und unzugänglicher Geſellſchaft, wie freute ſich doch der hoffnungsvolle Mann, ein feſtes Plätzchen, und zwar in Deutſchland, unten Leuten von Ehre und Grundſätzen und in ſo ſchönem Klima zu haben, herausgeriſſen aus dem öden Litthauen, nicht genöthigt, nach Petersburg zu gehen, oder unten Hoffen und Harren die erübrigte Geldſumme zu verzeh ren, ein Plätzchen, um in Ruhe, Muße und Unabhän gigkeit zu arbeiten, Neue Bekanntſchaften, neue Ein richtung, leidende Geſundheit, was alles ihn fürerſt vom Schreibtiſch abhalten würde, mochten freilich für das

erſte Jahr eine Zubuße fordern. Nirgends in Deutſch