ſich bald finden. Er war in der Zwiſchenzeit drei Jahre in Italien geweſen, hatte dieſes erſehnten Paradieſes genoſſen, aber auch den Orlando, freilich nur in Proſa, überſetzt. Einen ſchwungvolleren Ruf hatte er durch ſeinen Roman»Ardinghello« erworben, den er in Mainz, als Vorleſer des Kurfürſten, geſchrieben hatte. Jetzt war er deſſen Privat⸗Bibliothekar. Bei guter Laune ſagte er»prächtige Dinge«. Mehr noch fiel es Forſtern auf, daß dieſer Poet hinter ſeiner berüchtigt lüſternen Feder— Weiberfeind und zuweilen Menſchenhaſſer war; wie er denn auch durch einen Naturfehler den Kopf ſchief trug, gleich den Scheinheiligen, zu denen er kei⸗ neswegs gehörte.
Forſter hatte, nach der gewöhnlichen Langſamkeit und Bedächtigkeit an geiſtlichen Höfen, die Entſcheidung ſeiner Angelegenheit nicht ſo bald erwartet, als ſie wirk— lich erfolgte. Den 14. April war er ſchon, an Müller's Stelle, zum Bibliothekar mit 1800 Gulden Gehalt und Ausſicht auf freie Wohnung ernannt. Er erhielt Ur⸗ laub bis Michaelis, um ſich in Göttingen mit den Bibliothekgeſchäften vertraut zu machen. Neben dieſen demnächſt auch an der Univerſität Collegia über Natur⸗ geſchichte zu leſen, hatte er ſich bereit erklärt, ohne ſich gerade verbindlich zu machen. Der erſte Privat⸗Schüler, der ihm in Ausſicht ſtand, war der für den Weltum⸗ ſegler begeiſterte Knabe der Generalin von Coudenhove.
Nun überlegte er ſein künftiges Leben in Mainz. Es fielen heitre, warme Tage ein, und die Kirſchbäume ſetzten ſich in Blüthe. Er bedachte die ſchönen Ausflüge mit Thereſen nach dem Dorfe zwiſchen dem Fichten⸗ und


