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Frau— ein Geſchwiſterkind, glücklicherweiſe von ſanftem, hingebendem Weſen.
Reinhold war von Natur und durch die Erziehung vom Vater auf das Practiſche gerichtet. Durch bloßes Sprechen hatte er ſchon als Kind vom Vater die latei— niſche Sprache gefaßt, und lernte,— da die Eltern in Dirſchau an der polniſchen Grenze wohnten, von der Mutter und einer Amme die polniſche Mundart. Als Knabe eignete er ſich dann das Deutſche an, und erwarb ſpäter noch eine Anzahl Sprachen dazu. Ein günſtiges Bewußtſein auch von ſeiner äußern Begabung trieb ihn zur Geſelligkeit, wo er durch angenehme Redegabe und artige Manieren bei anſehnlicher Geſtalt, lebhaften Augen und hübſchen Zügen ſich geltend zu machen verſtand.
Dies Beſtreben und ſeine wiſſenſchaftlichen Neigun⸗ gen laſſen eben keinen eifrigen Seelſorger, keinen erbau⸗ lichen Pfareer erwarten. Reinhold ſtellte die Bibel hin⸗ ter den Büffon, und verkehrte lieber mit ſeinem Linné unter blühenden Gewächſen, als mit dem Katechismus unter den aufwachſenden Pfarrkindern. Die Theologie focht ihn wenig an; aber er ward, nach den Worten ſeines Sohnes— v»ein nützlicher und brauchbarer Mann für die Wiſſenſchaft, der gründliche Gelehrſamkeit, aus⸗ erleſene Literatur⸗ und Bücherkenntniß beſaß, dabei ein guter Naturkundiger und Antiquar.«
Mit all dieſen Vorzügen brachten ihm ſeine Hitze, Heftigkeit und eifrige Verfechtung ſeiner Meinungen nur Verdruß und Schaden zuwege. Selten verließ ihn eine leidenſchaftliche Unruhe; denn nie in ſeinem Leben konn⸗ ten, wie es ſchien, ein angeerbter Stolz mit ſeiner ſtets


