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Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
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fühlen ſich kräftig, unverdroſſen unter den Stürmen, und rücken bei Licht und Feuer enger zu einander, bis ſie mit geſammelten Kräften an die Frühlingsarbeiten gehen. Nun bedenken Sie, daß wir über vierzig Jahre Frieden haben. Gewerbe, Handel und Wandel, ſchöne und nützliche Künſte, Erfindungen und Genüſſe aller Art bereichern und erheitern das Leben. Es iſt ein herrlicher, fruchtbarer Sommer. Aber wie ſchwül, drückend, verſtimmend iſt nicht die Luft! Und die Men⸗ ſchen, durch keine allgemeine Noth mehr nach außen geſpannt, ſind nur jeder mit ſich beſchäftigt, launenhaft, eitel und anſpruchsvoll. Noch ſchlimmer, daß eine heilloſe Politik den Segen jener Kriegsjahre die nationale Einigkeit und Erhebung in Fluch verwan⸗ delt hat, indem ſie den geiſtig bevormundeten, in jeder Thätigkeit überwachten, von aller Theilnahme am Staatsleben zurückgedrängten Völkern nichts übrig ließ, als innere Verbitterung, unfruchtbare Speculation, frivole Meinungen, Genußſucht, politiſche Umtriebe und in was allem müßige und übermüthige Kräfte, die nicht ſchaffen können, ſich zerſtörend verſuchen. Während in ſolcher Lage nun die unruhigen Menſchen in hundert Eitelkeiten und ſpielenden Genüſſen nicht ermüden, wenden gerade die tieferen Seelen, unbefrie⸗ digt von all dem Nichtigen, in ihr Innerſtes den Blick; da ſie ſich denn über einem unerforſchlichen Abgrunde