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Von einzelnen Fällen des Religionswechſels aus vorgeblicher oder wirklicher individueller Ueberzeugung iſt natürlich die Rede nicht. Die geiſtigen⸗Bedürfniſſe der Menſchen ſind bekanntlich ſehr verſchieden. Auf Manche macht ſchon der innere Zuſammenhang des katholiſchen Lehrbegriffs Eindruck, abgeſehen von der Vernunftmäßigkeit deſſen, was zuſammenhängt. Die Rede iſt nur von der Erſcheinung eines häufigeren Rückfalls auf eine überwundene religiöſe Bildungsſtufe der chriſtlichen Menſchheit. Hier ſuche ich mir ſogleich die alte Ueberzeugung zu erneuern, daß kein Zuſtand im Leben der Völker ohne beſonderen Segen bleibt, der aus wirklichen oder anſcheinenden Uebeln hervor⸗ geht. Wie viel Schönes und Frohes zerſtört z. B. nicht ein langdauernder Krieg, wie ihn unſere ältere Generation noch erlebt hat! Aber unter den großen Calamitäten, die er mit ſich führt, gewinnt doch die moraliſche Kraft der Menſchen. Muth, Mäßigkeit, wechſelſeitiges Wohlwollen, Liebe und Duldung thun ſich hervor, und bewähren ſich in gemeinſamen Leiden. Die Kräfte des Schaffens bilden ſich insgeheim für eine vielſeitige Thätigkeit im kommenden Frieden, wie die Bäume im Winter ihre Saugwurzeln erneuern. Ja, der Krieg erinnert an die Winterzeit: auch da blüht, grünt, reift nichts, und man zehrt von früheren Ernten; aber die Luft iſt reiner, friſcher: die Menſchen


