Druckschrift 
Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
Einzelbild herunterladen

18

beigebracht worden, was er als Mann nicht mehr feſt⸗ halten mochte, hatte er als Fähnrich in Potsdam mit unſäglicher Mühe von ſelbſt Latein gelernt, und nachher in Braunſchweig, während einer Waffenruhe von Lang⸗ weile beläſtigt, ſich auch noch an's Griechiſche gemacht.

Es läßt ſich erwarten, daß ein Fähnrich, ein ſchöner Offizier, den das Garniſonsleben ſo wenig zerſtreuen kann, ſich in männlichem Alter als Geſchäftsmann noch ernſter zuſammenhalten werde. Wirklich verband Schlieffen mit dem Miniſter den Einſiedler. Er bewohnte auf dem neubebauten Königsplatze als Junggeſelle ein ſchönes und breites Haus jetzt Gaſthof zum König von Preußen einfach eingerichtet, aber zahlreich bedient. Seine eigenthümliche Lebensweiſe, früh 2 Uhr aufzu⸗ ſtehen und nach eingenommenem Kaffe bis zur Parade zu arbeiten, Abends aber, oft ſchon um 7 Uhr, zu Bette zu gehen, war durchaus nicht nach dem Zuſchnitt eines muntern Hoflebens, wie es ſich in Caſſel, be⸗ ſonders nach 1772, ausließ. Aber er hatte den Hof bald genug an ſeine Zurückgezogenheit gewöhnt, ſo daß es nur kurzweg hieß:Der Schlieffen philoſophirt wieder.

Indeß befriedigte ihn dieſe Zurückgezogenheit noch

nicht einmal, ſondern ſo oft es der Geſchäfte wegen anging, verließ er die Reſidenz, um auf ſeinem Gute

Wendhauſen, eine Meile von der Stadt, nur ſeinen

Stud Wald Natu

ſamke Som und und Man einen war trieb Mile

Gele