Druckschrift 
Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
Einzelbild herunterladen

17

mit Empſehlungen, beſonders auch des preußiſchen Prinzen Heinrich, an den Caſſeler Hof, diente in den Feldzügen der Heſſen gegen die Alliirten des ſieben⸗ jährigen Krieges, und hatte es bis zum Oberſten ge⸗ bracht, als ihn Landgraf Friederich nach dem Friedens⸗ ſchluſſe in ſeine Umgebung zog, und im Rang eines Generalmajors mit auf Reiſen nahm.

Nach des Fürſten Rückkehr aus Italien ward er in 1772 Staatsminiſter und als Generallieutenant Oberſt der Garde und Ritter des in 1770 geſtifteten Ordens vom goldnen Löwen.

Zeitgenoſſen bezeichnen ihn, den damals an⸗ gehenden Vierziger als den ſchönſten Offizier, die Miene voll Würde, Edelmuth und Geiſt, adelig nicht minder von Geſinnung, als nach dem alten Stamm⸗ baume ſeiner freiherrlichen Familie, dabei voll Anſtand in Manieren, großdenkend und freimüthig. So kam er anerkennend, aufmunternd, beſchützend den wiſſen⸗ ſchaftlichen Männern entgegen, die nach und nach, zum Theil von ihm berufen, ſich am Karls⸗Collegium ſam⸗ melten.

Seine Erziehung war ſehr vernachläſſigt worden; aber ein lebhaftes Beſtreben um Kenntniſſe und Bil dung trieb ihn an, das Verſäumte zu deſto größerer Befriedigung als Selbſterwerb nachzuholen. Und nach⸗ dem in ſeiner früheſten Jugend ihm nur Dasjenige

Koenig, Seltſame Geſchichten. 5