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Paris und Italien ſteigerten ſein Intereſſe und ſeinen Geſchmack.— Es lag bei Friederich's Regierungsantritt eine Trauer auf der Reſidenz, nicht bloß in Folge wieder⸗ holter Belagerungen und Kriegsverheerungen, ſondern auch des allzu ökonomiſchen Sinnes des verſtorbenen Landgrafen, der das Perſonal des Militär⸗ und Ci vilſtaates und den Aufwand des Hofes auf's Aeußerſte beſchränkt hatte. Nun ſchlug jenes Wohlgefallen ſeines Sohnes an Pracht und Prunk, das ihn zuerſt kirchlich verſtrickt hatte, in's Weltliche mit üppiger Entfaltung durch. Caſſel bekam einen Hofhalt, der für damals prächtig heißen konnte, und erſt ſpäter durch Jerome's Napoldon'ſchen Aufwand überboten wurde.—— Landgraf Friederich, ein hübſcher Mann von mittler Statur, etwas corpulent bei männlicher Haltung, war für Heſſen ein fürſtlicher Vertreter des 18. Jahrhun⸗ derts, nicht bloß durch Glanz, Ueppigkeit und Weich lichkeit des Hoflebens, ſondern auch durch Geſchmack und Gunſt für Wiſſenſchaft und Künſte. Ein heiterer Vierziger, gütig und von gemüthlichen Abſichten be wegt, umgab er ſich gern mit fröhlichen und ſinnreichen Menſchen. Von dem Muſeum und der großen Me⸗ nagerie, aus der Geſellſchaft der Alterthümer und von den Gelehrten der Karlsſchule kehrte er dann gern zu
ſeinem franzöſiſchen Theater, zu ſeinen Tonkünſtlern
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