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Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
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des Gelehrten, während eines Aufenthaltes in Wien durch Vermittlung des Kapuziners Valerian katholiſch geworden, hatte der Uebertritt anfänglich durch Reiſen geheim gehalten, nachher ſich aber in Ausbreitung ſeines Glaubens deſto eifriger erwieſen.

Auf ähnliche Weiſe hielt auch Prinz Friederich ſei nen Uebertritt 5 Jahre geheim. Er beſuchte Paris, und nahm abwechſelnd an verſchiedenen Höfen einen ausweichenden Aufenthalt, bis endlich durch ſeinen ver⸗ trauten Umgang mit dem Biſchofe von Augsburg und durch Beſuch der Meſſe in Aachen die Sache ruchbar wurde, und ſein Vater, Landgraf Wilhelm VIII., nach ſeiner Rückkehr aus Schlangenbad und Hanau, im September 1754 von verſchiedenen Höfen Winke über den Religionswechſel ſeines einzigen Sohnes erhielt.

Der Landgraf, ein Mann von Ernſt und Einſicht, nahm die Sache hoch auf. Er beſchickte ſeinen Sohn mit dem Geheimerath von Eyben und dem General Diede zum Fürſtenſtein. Der Prinz bekannte ſeinen Uebertritt, und erhielt Zimmerarreſt zu den Verhand⸗ lungen mit einigen Miniſtern in Betreff der Sicherungs⸗ maßregeln zur Aufrechthaltung des Proteſtantismus in den Caſſel'ſchen und Hanauiſchen Landen, ſo wie der Erziehung der Kinder des Prinzen im reformirten Glauben. Friederich erwies ſich wohlgeſinnt und füg⸗ ſam; ſo daß eine Uebereinkunft, die ſogenannte Re⸗