4 9 Calandrin Mathematik, bei Bourlamaqui Natur⸗ und Völkerrecht und bei Necker deutſches Staatsrecht hörte.
Nachdem er ſich hierauf im öſtreichiſchen Succeſ⸗ ſtonskriege militäriſch verſucht hatte, unterlag er der damals wieder, beſonders gegen fürſtliche Perſonen, in Bewegung geſetzten katholiſchen Bekehrungspolitik. Er war 29 Jahre alt, mit Maria, einer Tochter Georg's II. von Großbritannien, vermählt und Vater dreier Söhne, als er beim Kurfürſten von Köln, einem baieriſchen Prinzen, während dieſer ſich zu Neuhaus in ſeinem Stifte Paderborn aufhielt, einen Beſuch machte, und — ſanft und gutmüthig, wie er war— zum Ueber⸗ tritt in die katholiſche Kirche bewogen wurde.
Mit dieſem empfänglichen Naturel und einer phan⸗ taſievollen Sinnlichkeit für Muſik und Malerei gehörte der Prinz zu jenen begabten Menſchen, auf welche die Pracht der katholiſchen Kirchen und der fremdartige Pomp ſymboliſcher Ceremonien einen bezaubernden Eindruck machen. Und wer weiß, was gerade die Perſönlichkeit des Kurfürſten dabei vermochte! Es war eben jener galante und üppige Clemens, an deſſen Hofe nur franzöſiſch geſprochen und pariſiſch gelebt wurde. Denn er hielt ſich gern am Hofe Ludwig's XV. auf, obgleich der hochmüthige Fürſt, der zu Hauſe 150 Kammerherrn hatte, ſich dort bequemen mußte, vor dem ſitzenden Könige zu ſtehen, und an der Tafel des


