Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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4 Anna. 355

die Augen, ſie hatte noch etwas auf dem Herzen, doch brachte ſie eine Zeit lang kein Wort hervor. Endlich ſagte ſte aber mit ganz leiſer Stimme, während ſich ihre Augen abermals mit Thränen füllten:nicht wahr, Graf Alfons, er liebt mich noch? Sie müſſen das wiſſen. Liebt er mich noch wie damals? hat er keine Ahnung, wer ich war? Steht mein Andenken noch rein und unbefleckt in ſeinem Herzen?

Gewiß, Anna! ſagte der Graf tief ergriffen,gewiß, er liebt Sie wahr und innig wie damals. Es wäre ſein höchſtes Glück, Sie zu finden, und deßhalb ſollten Sie nicht ſo feſt auf Ihrem Entſchluſſe beſtehen!

Das iſt Alles vorbei, erwiderte ruhig das Mäͤdchen; wie danke ich Ihnen, Graf Alfons, für Alles, was Sie mir heute geſagt. Leben Sie wohl! wir ſehen uns wohl niemals wieder. Dabei zog ſte ihren Schleier über das Geſicht, winkte dem Grafen mit der Hand, er möge zurückbleiben, und verſchwand in dem Vorzimmer.

Graf Alfons ſchritt eine Zeit lang heftig im Zimmer auf und ab: ihn beſchäftigte lebhaft das Schickſal jenes armen Mäd⸗ chens. Aber er konnte nichts für ſie thun, er konnte ihr in keiner Weiſe helfen. Er hatte ihr ja geſchworen, nichts von ihrem Auf⸗ enthalte zu ſagen, weder direkt an ihn, noch durch eine dritte Perſon, noch ſchriftlich. Die Hände waren ihm vollkommen ge⸗ bunden. Mißmuthig warf er ſich in ſeinen Schreibſtuhl und blickte lange Zeit gedankenlos in die Papiere vor ihm, ohne ſich mit deren Inhalt zu beſchäftigen. Er verſank in tiefe Träume⸗ reien; bald wollte er ſie ſchriftlich um eine zweite Unterredung bitten, bald wollte er ſeinen Wagen verlangen, um zum alten Benetti hinaus zu fahren. Aber alle dieſe Projekte verwarf er wieder als, nausführbar, und nach langem Nachſinnen nahm er das Scraen des alten Italieners, ſchrieb dazu einige flüchtige

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