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Anna. 347
werden uns wöchentlich ein paar Abende ſehen, um da einige Stunden angenehm zu verplaudern. Auch mein Haus ſoll zu dieſem Zweck beſtändig offen ſein.— Adieu, Dubelli, guten Morgen, Doktor!“
Graf Alfons ſetzte ſich wieder zu ſeinen Papieren nieder, doch hatte er kaum einige Minuten darin geleſen, als ihm ſein Kammerdiener eine Dame meldete.
„Vom Theater?“
„Ich glaube nicht, Herr Graf. Ich habe ſie bis jetzt nicht erkannt, doch ihr Geſicht iſt dicht verſchleiert,“ ſagte der Kammerdiener.
„Wenn ſie vom Theater iſt,“ antwortete der Intendant, „eines unſerer Mitglieder, oder vielleicht eine fremde Künſtlerin, ſo ſoll ſie ſich an den betreffenden Regiſſeur wenden. Im anderen Falle aber, wenn ſte mich perſönlich zu ſprechen verlangt, ſo laß⸗ ſie eintreten.“
Der Kammerdiener gieng hinaus und einige Augenblicke darauf trat die ongemeldete Dame in's Zimmer. Der Graf erhob ſich und machte eine leichte Verbeugung. Er blickte forſchend und betroffen auf dieſe Geſtalt, die ihm bekannt erſchien.— Sie ſchlug den Schleier zurück—
2„Anna!“
„„Ja, Herr Graf, ich bin es,“ ſagte das Mädchen mit
ruhiger Stimme; vich hatte nicht geglaubt, ja nicht gehofft, Sie wieder zu ſehen. Doch das Schickſal wollte es anders.“
„Ich danke dem Schickſal dafür,“ ſagte Graf Alfons ver⸗ bindlich und bat das Mädchen, in einem kleinen Fauteuil, den er ihr hinſchob, Platz zu nehmen. 4
„Das Schickſal, Herr Graf,“ fuhr ſie mit ruhiger Stimme fort, noder vielleicht der Zufall, führte Sie vor einigen Tagen in unſer Haus. Sie ſahen mich, Sie ſchienen mich leider zu er⸗ kennen. O, Herr Graf, um Gottes Barmherzigkeit willen,“—
22. BB—


