346 Ueunundfünßzigſtes Kapitel.
„Ich habe nach Ihnen ſehen wollen, beſter Doktor,“ ſagte
Dubelli,„und es iſt mir ſehr lieb, daß ich Sie hier treffe. Wenn Sie einen Augenblick Zeit haben, ſo kommen Sie mit mir, ich ſoll Sie unſerm neuen Intendanten vorſtellen, der es ſehr wünſcht, Ihre Bekanntſchaft zu machen.“
Der Doktor, nachdem er die nöthigen Befehle wegen ſeiner Effekten gegeben, fügte ſich gerne in das Verlangen ſeines Freun⸗ des, und Beide begaben ſich nach dem Hauſe des Grafen Alfons, wo ſie auch ſogleich vorgelaſſen wurden.
Der Graf war ganz Geſchäftsmann geworden und ſaß vor einer Menge von Papieren, die er aber bei Seite legte und ſeinen Balletmeiſter, ſowie den Doktor Stechmaier auf's Freundlichſte empfieng. Die Cigarren wurden angezündet und das Geſpräch beſchäftigte ſich mit dem Theater, mit neuen Einrichtungen deſſel⸗ ben, dann mit bedeutenden Erſcheinungen der Literatur und hierauf mit dem neuen Werke des Doktor Stechmaier.
Eine Hand wäſcht in dieſer Welt immer die andere, und eine anſtändige Kameraderie iſt ebenſo erlaubt, wie nothwendig. Der Doktor nahm, nachdem Unterredung und Beſuch vielleicht eine halbe Stunde gedauert hatte, aus den Händen des Inten⸗ danten gern einen Freiplatz für das Theater und hatte zu gleicher Zeit die Idee zu einem neuen Kapitel für ſein unſterbliches Werk erobert.
„Apropos,“ ſagte Graf Alfons beim Weggehen zu Dubelli, „Ihr Gönner aus früherer Zeit, mein Freund, der Baron Karl, kommt in dieſen Tagen mit ſeiner Familie hieher, um den Winter in der Reſidenz zuzubringen. Sie werden ſich gewiß ſeines kleinen Hauſes vor dem Thore noch erinnern; machen Sie ihm Ihren Beſuch und ſtellen Sie dem Baron Ihren Freund, den Doktor Stechmaier, vor. Ich hoffe, daß wir den nächſten Winter recht heiter unter uns zubringen werden. Bälle und große Geſell⸗ ſchaften ſind für uns keine Vergnügungen mehr; ich hoffe, wir
wer Stu dieſ
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