Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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342 Neunundfünßzigſtes Kapitel.

die Halsbinde, als wolle er damit ſeine jetzige tiefe und verbor⸗ gene Stellung ausdrücken.

Ich hatte mir mit zwei vortrefflichen Kapiteln für dieſe große Arbeit geſchmeichelt, Gasbeleuchtung und dann die neue Kirche. Wie geſagt, zwei vortreffliche Kapitel, vor⸗ trefflich durch die Mittheilungen, die ich von Ihnen zu erhalten hoffte.¹

Das iſt leider traurig, ſagte die Stimme im Nebenzim⸗ mer, vaber die Hauptmännin Steiner wird morgen einziehen, wie ich glaube.

Stadtrath Schwämmle zuckte mit den Achſeln und ſagte: ndieſe Frau gibt niemals Ruhe und mit großem Unrecht. Sie liebt leider, ſetzte er mit leiſer Stimme hinzu,die Herren Schriftſteller nicht beſonders, wiſſen Sie, die ſogenannten Literaten, und ſo eine Frau verſteht gar keinen Unterſchied zu machen. Aber ich kann Sie verſtchern, daß die Zimmer droben noch nicht vermiethet ſtnd.

Das wäre mir äußerſt angenehm! ſagte der Doktor mit ſehr lauter Stimme,und was das Kapitel Gasbeleuchtung an⸗ belangt, ſo 4

Ha, ha, ha! lachte die fette Stimme im Nebenzimmer, dabei bitte ich aber nicht zu vergeſſen, des alten Schlachthauſes zu erwähnen, das heute noch wie vor fünfzig Jahren zum Scandal der ganzen Nachbarſchaft, zum Scandal der ganzen Stadt geblieben iſt, wie es war.

Frau! ſagte ſehr ernſt der Stadtrath.

Und wenn Sie an die neue Kirche kommen, fuhr die hartnäckige Stadträthin fort, und bei der Anſtrengung des lauten Sprechens holte ſte tief Athem,ſo gedenken Sie ja des Löſch⸗ corps, das deßhalb niemals zu Stande kam, wodurch bereits ſo viel Unglück geſchehen.

Frau! ſagte der Stadtrath mit lauterer Stimme wie