Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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Benetti. 329

daß Sie den Proben beiwohnten, würden Sie vielleicht mir zu Liebe eine Ausnahme von der Regel machen.

Das werde ich auch gewiß recht gerne thun, Euer Excel⸗ lenz zu Gefallen, entgegnete der alte Italiener, der ſich etwas geſchmeichelt fühlte.Nur muß ich Euer Excellenz dringend er⸗ ſuchen, mich für die vorliegende Oper gnädigſt diſpenſtren zu wollen. 3

Sie lieben den jungen Componiſten nicht, der ſie ge⸗ ſchrieben?

Der alte Mann ſchüttelte den Kopf und ſagte:ich habe ihn einſtens ſehr geliebt er war mein talentvollſter Schüler.

Ich weiß das, erwiderte der Graf,er hat mir mit der größten Verehrung, mit wahrer Herzlichkeit von Ihnen ge⸗ ſprochen.

Er war nicht böſe, ſagte nachſtnnend Benetti,nur etwas leichtſinnig. Die neue Zeit mit ihren leichtfertigen Moden, ihrem ganzen ſeichten Weſen hat ihn mit fortgeriſſen. Er hat ſeinem alten Lehrer mit einigen ſeiner Werke, die er gefertigt, ſehr wehe gethan.= 7

Er bedauert das gewiß von Herzen! ſagte der Graf; wich glaube, er würde Alles darum geben, wenn Sie ihm ge⸗ ſtatten würden, daß er ſich Ihnen wieder nähern dürfte.

Der Italiener ſchüttelte bitter lächelnd ſeinen Kopf und wie⸗ derholte die Worte des Grafen:er würde Alles darum geben? Dann fuhr er fort:und ich verlangte damals ſo wenig von ihm! Als ihn damals, Gott weiß, welcher Dämon, antrieb, jene Ballet⸗Muſik zu componiren, da habe ich, ſein Lehrer, ihn gebeten, ja beſchworen, das nicht zu thun. Wenn es nur eine Oper geweſen wäre! aber eine Ballet-Muſtk! Pfui!

Aber das Publikum war ſehr damit zufrieden, entgeg⸗ nete der Graf,und vor allen Dingen Ihr verſtorbener Bruder.