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Benetti. 325
Er fuhr mit der Hand über ſeine hohe Stirn durch ſein weißes Haar und ſuchte ſich, leicht lächelnd, zu entſchuldigen, daß er bei der heutigen Vorſtellung, die ihm wohl angeſagt worden wäre, gefehlt.
„Euer Excellenz werden wohl wiſſen,“ ſagte er,„wie ver⸗ geßlich das Alter iſt. Ich erinnerte mich wohl, daß mir für heute Morgen ein Geſchäft oblag, doch welches, war mir nicht mehr erinnerlich. Ich war gerade im Begriff, in die Hauptkirche zu gehen, es war mir gerade, als ſollte dort Probe von einer großen Meſſe ſein.— Excellenz werden einem alten Manne verzeihen!“
„Magdalene!— gib dem Herrn Grafen einen Stuhl.“
Aber das Mädchen am Fenſter, dem dieſe Worte offenbar galten, ſchien dieſe Worte entweder nicht hören zu wollen oder wirklich nicht zu hören. Die einzige Bewegung, die ſie machte, war, daß ſie ihren Kopf tief zu den Blumen herabſenkte.
Graf Alfons warf einen flüchtigen Blick nach dem Fenſter und bemerkte, daß das Mädchen, welches da ſtand, eine hohe, ſchlanke Geſtalt war. Sie war dürftig, ja faſt ärmlich gekleidet und ſchien offenbar die Haushälterin oder die Magd des alten Italieners zu ſein.
— Dieſer warf ebenfalls einen Blick nach dem Fenſter, einen Blick, in welchem es zornig aufblitzte, und wiederholte mit ern⸗ ſterer Stimme:„Magdalene, du ſollſt dem Herrn Grafen einen Stuhl geben!“.
„Ich nehme mir ihn ſchon ſelber!“ ſagte lachend der Inten⸗ dant und that ein paar Schritte nach dem Fenſter, wo mehrere Stühle ſtanden.
In dieſem Augenblick drehte ſich auch das Mädchen am Fenſter herum, und wenn Graf Alfons nicht durch die vielen ſeltſamen Lagen, in welchen er ſich während ſeines langen Hof⸗ lebens ſchon befunden, ſo vollkommen Herr ſeiner ſelbſt geweſen


